Wie bleibt man ein Paar, wenn das Kind chronisch krank ist?
Shownotes
Was passiert mit einer Partnerschaft, wenn plötzlich Arzttermine, Sorgen und die Bedürfnisse des Kindes einen großen Teil des Alltags bestimmen? Und wie findet man wieder zueinander, wenn beide ganz unterschiedlich mit der Diagnose NF1 umgehen?
In der fünften Folge von NF1 NachgeFragt spricht Claas Röhl mit der Psychotherapeutin Magdalena Sroka über NF1 und Partnerschaft: über unterschiedliche Arten, mit Belastungen umzugehen, Konflikte und Schuldzuweisungen, finanzielle Sorgen – und darüber, was Paaren helfen kann, neben dem Elternsein auch ihre Beziehung nicht aus den Augen zu verlieren.
Mehr zu Magdalena Sroka: www.psychotherapie-riehen.ch
Transkript anzeigen
00:00:00: Ich sehe, dass die Diagnose eines Kindes sehr viel Raum beansprucht in einer Familie und auch auf der Paar-Ebenen.
00:00:09: Bei diesen Paaren fällt ja noch etwas ganz wichtiges und das ist nämlich diese losgelöste Zeit miteinander.
00:00:28: Hallo und herzlich willkommen bei NF-I.
00:00:30: nachgefragt dem Podcast der Neurophipromatose Typ I eine Stimme gibt.
00:00:36: Mein Name ist Klaas Röhl, ich bin dann Moderator und Gründer des Vereins NF-Kinder in Österreich.
00:00:42: Vor zwölf Jahren habe ich den Verein ins Leben gerufen weil NF-I nicht nur ein medizinischer Begriff für mich ist – meine Tochter lebt damit!
00:00:50: In diesem Podcast spreche ich mit wechselnden Gästen und Gästinnen offen über Neurofibromatose Typ I beantworte deine Fragen und greife Themen auf die Betroffene und Angehörige wirklich bewegen.
00:01:04: unser Ziel Aufklären, Vorurteile abbauen und dich mit Wissen, Erfahrung und praktischen Tipps im Alltag unterstützen.
00:01:13: Schön dass du heute zuhörst!
00:01:18: Heute sprechen wir über ein Thema das viele Familien betrifft aber auf dem Hintergrund bleibt NF-I und Partnerschaft.
00:01:26: Viele Eltern sagen nach der Diagnose ihres Kindes seitdem reden wir eigentlich nur noch über Termine, Therapien und sorgen aber kaum noch über uns Denn mit einer Diagnose verändert sich nicht nur der Alltag.
00:01:40: Es verändern sich Rollen, Gespräche und Beziehungen – manchmal bleibt eine Frage unausgesprochen!
00:01:48: Wie bleiben wir eigentlich ein Paar?
00:01:50: Und nicht nur ein funktionierendes Team?
00:01:53: Darüber spreche ich heute mit Magdalena Srucker, Therapeutin mit Schwerpunkt Paar- und Familienarbeit.
00:02:02: Schön dass Sie hier sind, herzlich willkommen.
00:02:04: Hallo, freut mich auch
00:02:09: Wenn wir jetzt an diese Situation denken, ein Paar bekommt die Diagnose NF-I für sein Kind.
00:02:15: Beider hören die gleiche Worte aber oft beginnt danach ein ganz unterschiedlicher Weg.
00:02:22: Was erleben Sie da in Ihrer Arbeit?
00:02:26: Wenn ich das so sagen darf... Ich glaube dass es gar nicht so fest darum geht welche Diagnosse ist sondern ich glaube dass der wichtige Aspekt dabei ist dass es sich um eine Diagnose handelt, die chronisch ist und die das ganze familiäre System somit eigentlich verändert.
00:02:44: Das heißt, eigentlich wird das familiäre system sei es nur ein paar mit einem Kind oder vielleicht auch noch andere Geschwisterkinder, die dabei sind.
00:02:56: Die werden eigentlich alle betroffen von dieser Diagnosis.
00:03:03: Ich sehe gerne eine Familie wie ein System, das auf einem Eisscholle steht.
00:03:08: Und wenn auf dieser Eissscholle auf einmal was wackelt ... Dann müssen alle ... Wie eine neue Position finden, damit es sich wieder stabilisiert.
00:03:21: Mhm.
00:03:22: Das ist wirklich nicht nur Mama und Papa.
00:03:25: Nicht nur das betroffenen Kind, sondern auch die Geschwister.
00:03:28: Alle zusammen müssen sich bewegen.
00:03:31: Und ich glaube, dass häufig wenn wir in diesem Bild bleiben was passiert ist.
00:03:35: Dass dieses sich bewegen nicht abgestimmt ist weil es wie in Panik ist.
00:03:40: jeder versucht irgendwie sich selbst in seinem Position zu bewegen seine Positionen zu verändern.
00:03:49: aber wenn diese Positionen nicht aufeinander abgestimmt sind dann finden wir diese Stabilität nicht und Ich glaube das das das Wichtige ist bei dem Ganzen dass aufeinander sich wieder abstimmen, leicht gesagt als getan.
00:04:07: Aber einfach so mal das Grundgedanke macht das Sinn?
00:04:11: Ja ich finde es eine sehr schöne Metapher die man sich wirklich gut vor Augen führen kann wie man sozusagen gemeinsam die Balance finden muss um nicht quasi zu kenntern.
00:04:22: ja weil manche Menschen gehen ja sofort ins Handeln Und andere Menschen brauchen Zeit, um das Ganze auch emotional zu verarbeiten.
00:04:31: Warum gehen Menschen eigentlich so unterschiedlich mit derselben Situationen um?
00:04:37: Das ist eine ganz wichtige Frage.
00:04:38: Also wenn man sich da wieder diese Eisscholle vorstellt, dann kann man sich genau auch auf der Eissscholle vorstellen, dass auch das passieren würde.
00:04:45: oder der eine würde vielleicht ganz schnell versuchen seine Position zu finden und der andere ist ganz langsam und versucht in der Langsamkeit seine Positionen zu finden.
00:04:56: Und das hat aber natürlich damit zu tun wie wir als Menschen funktionieren welche Persönlichkeitsstruktur wir schon mitnehmen welchen Temperament wir haben und wo unsere Ressourcen sind.
00:05:11: Die einen haben gelernt, dass wenn ich schnell handele dann finde ich Lösungen und dann ist das aushaltbar für mich.
00:05:18: Und die anderen sind vielleicht gelähmt schockiert und können auch nicht in Handeln oder eher mit in sich kehren und in der Langsamkeit, in Kontakt mit sich selbst verarbeiten.
00:05:35: Die einen brauchen Kommunikation und sind eher auf der emotionalen Ebene gepolt, die anderen auf der Handlungsebene.
00:05:42: Und das hat ganz viel damit zu tun wie wir schon als Menschen sind was wir gelernt haben wo unsere Ressourcen sind und auch damit was wir eigentlich aushalten.
00:05:51: weil häufig geht es auch darum dass diese Diagnose, die verendet ja eben so vieles und die verändert nicht nur auf der Ebene was passiert sondern auch auf der Ebenen wer wir sind ganz viel.
00:06:05: Und ich glaube das ist da meine Erfahrung mit Familien, mit denen ich arbeite und mit unterschiedlichen Diagnosen die beiden Kindern kommen dass es wie darum geht ein neues Ich zu finden und das ist zum Beispiel ein ich.
00:06:22: Ich bin jetzt nicht einfach eine Mama, sondern ich bin jetzt eine Mama eines gewöhnlichen Normalen mit einem Kindes mit einer vorausschaubaren Entwicklung sagen wir mal.
00:06:36: Das ist das richtige Wort.
00:06:38: oder ich bin eine Mama mit einem kind mit speziellen Bedürfnissen und das verändet meine Identität, weil ich bin überhaupt.
00:06:49: Und weshalb?
00:06:50: Das hat auch damit zu tun dass wir häufig bei unserer Identität wissen oder meinen zu wissen wer wir sind und dazu gehört auch, dass wir somit auch partizipieren können was in der Zukunft passiert und wir haben Zukunftsbilder Und in diesen Zukunftsbilden sehen wir vielleicht unseren Sohn, unsere Tochter wie sie er das und jenes macht.
00:07:11: Das sind ja auch Fantasie-Bilder.
00:07:13: Das ist ja auch partizipierte Bilder in die Zukunft.
00:07:17: Aber in der zuversichtlichen Situation denken wir, dass wir ungefähr wissen, wie es verlaufen wird.
00:07:22: Wir wissen's nicht wirklich aber trotz dem Denken wir, was wir wissen – und das gibt uns eine Sicherheit!
00:07:30: In einer solchen Situation verliern wir diese Zukunftsbilde Und das gibt sehr viel Unsicherheit.
00:07:37: In dieser Unsicherkeit gehen wir häufig auf Stresshandlungen zurück, also entweder ... fallen wir zurück in ein Loch vielleicht, in eine Depression oder vielleicht werden wir überaktiv und handeln.
00:07:52: Oder gehen aus dem Kontakt, isolieren uns... Und das sind ganz viele mögliche Mechanismen die da passieren haben aber wirklich ganz viel damit zu tun dass ich wie erst mal finden muss wer bin ich überhaupt?
00:08:03: Wo ist meine Identität?
00:08:25: Es gibt ja auch viele Paare beschreiben, dass sie sich einfach plötzlich nicht mehr verstanden haben oder die Verbindung verloren haben.
00:08:34: Passiert das eher schleichend?
00:08:36: Oder gibt es da gewisse Momente, die man immer wieder sieht wo das ganze Beziehungsgefüge kippt?
00:08:44: Ja ich glaube es kann sowohl schleichen passieren als auch in ganz bestimmten Momenten Aber ich glaube, es hat wirklich auch sehr viel damit zu tun.
00:08:53: Dass man erstmals ziemlich auch mit sich selbst und der Position von sich in dieser Geschichte beschäftigt ist und somit nicht mehr so gut aufeinander zugehen kann.
00:09:04: Und die Empathie auch etwas dabei verloren geht.
00:09:11: Wenn ich auf diese Eisschale gucken muss wie ich überlebe dass ich nicht in das Wasser falle dann schaue ich weniger.
00:09:17: Wie geht's eigentlich dem gegenüber?
00:09:19: Was macht denn der Sondern ich gucke erst mal, dass ich nicht herunterfalle und das hat damit zu tun.
00:09:26: Das kann sowohl schleichen sein wie auch je nachdem... Ich glaube da gibt es ganz viele verschiedene Faktoren.
00:09:31: Je nachdem wie lange wir vorher schon ein Paar waren oder wie lange ... Wir uns schon davor auseinander gesetzt haben mit der Thematik oder ob per se eigentlich sonst stabil im Leben bin oder ob die Partnerschaft davor ausgesehen hat.
00:09:50: Und da gibt es ganz viele verschiedene Faktoren, aber eine der ganz wichtig ist und ich denke das ist nicht nur in diesen Situationen sondern im Allgemeinen – das weiß man sowieso – ist eben diese Kommunikation.
00:10:03: wie können wir miteinander darüber sprechen?
00:10:06: Mit dem Sprechen und kommunizieren meine ich eben nicht nur sprechen, also aussprechen.
00:10:11: Wo bin ich gerade?
00:10:12: Wie geht es mir?
00:10:13: Sondern auch zuhören und wo bist du gerade?
00:10:17: Und wie geht es dir mit dem?
00:10:21: Also die Verbindung nicht verlieren und vor allem die Kommunikation muss ganz, ganz sozusagen priorisiert werden.
00:10:30: Ein Thema, das viele Paare beschäftigt sind unterschiedliche Sichtweisen.
00:10:35: Gerade bei Kindern mit einer chronischen Erkrankung das Thema Behandlung, medizinische oder andere gesundheitliche Behandlungen und auch der Umgang mit dem eigenen Kind.
00:10:46: Was passiert wenn jetzt ein Elternteil eher vorsichtig ist und sehr beschützend ist was das Kind betrifft?
00:10:53: Und dass anderer Elternteil sagt wir müssen doch so normal bemöglich leben?
00:10:59: wie entstehen solche Dynamiken.
00:11:05: Ich habe das Gefühl, ich sehe dass fast schon es ist fast schon die Regel als die Ausnahme und ich glaube das hängt auch damit zusammen, dass wir abher sehr unterschiedlich sind.
00:11:15: aber diese Unterschied in einer Paargeschichte zeigt sich in solchen... weil das ist natürlich eine High Stress Familie.
00:11:24: Das ist so ein Diagnose für chronische Krankheit eines Kindes bedeutet, ist ein bisschen wie ein Amoklauf auf das familiäre System.
00:11:37: Und das bedeutet da ist jetzt viel Stress und unter Stress zeigen sich einfach bestimmte Unterschiede oder Schwierigkeiten intensiver.
00:11:46: Es ist wie ein Accelerator Und ich glaube, es steht dadurch, dass wir haben ja unterschiedliche Geschichten.
00:11:52: Wir sind unterschiedlich und je nachdem was meine Glaubenssätze und meine Werte sind kann es sein, dass sich dann ganz anders damit umgeht in der Situation.
00:12:04: Dass es da dann unterschiedlichen Umgang gibt.
00:12:07: sagen wir den Papa, der sehr beschützt und die Mama, die sagt nein, wir müssen das Kind herausfordern nicht unter einer Glasglocke aufwachsen lassen und da, dass sie immer wieder diskutieren darüber.
00:12:20: Und keinen Konsens finden!
00:12:22: Ich glaube, da kommt es auch sehr darauf an wie sehr das der Grundwerte dahinter liegen?
00:12:27: Und wie sehr ist eigentlich nicht Grundwerten sondern einfach unterschiedlicher Umgang ist?
00:12:32: Weil ich mache ein Beispiel wenn's wirklich Grundwärter sind und angenommen... Der Papa ist ja so ein bisschen esoterisch und die Mama ist ja schulmedizinisch und da finden Sie wie keine Lösung weil Der Papa findet zum Beispiel, man muss ja nicht zu viel Arzneimittel und die Mutter findet doch die Schulmedizin sagt.
00:12:54: Da wird es wahrscheinlich viele Diskussionen geben.
00:12:56: Und da muss man wirklich gucken wie man vielleicht ein Kompromiss findet?
00:13:00: Wenn es aber mehr darum geht wir sollten das Kind ein bisschen mehr herausfordern und mehr Hobbys und der Papa findet z.B.
00:13:07: näher Ruhe und ein bisschen zu Hause dann ist es nochmals eine andere Ebene glaube ich.
00:13:13: Ich denke, da muss man auch schauen.
00:13:15: Weil auch da geht es häufig um das ich.
00:13:17: Ganz häufig geht es wenn wir denken dass es eine Paardynamik geht.
00:13:21: Geht es häufig?
00:13:22: Um das ich eigentlich und welche Funktion zum Beispiel auch so eine Diagnose in der Familie haben kann.
00:13:31: Zum Beispiel kann es auch eine Art wie sekundären Krankheitsgewin.
00:13:36: geben, zum Beispiel.
00:13:37: War der Papa sowieso schon, ich sage jetzt Papa, Mama, Papa einer von den Eltern?
00:13:43: Zum Beispiel sowieso lange nicht mehr zufrieden mit der Arbeit und wollte sowieso eigentlich nicht mehr so viel arbeiten.
00:13:49: Und dann kommt diese Erkrankung und es bietet sich auch an dass man sich dann wirklich auf das Kind fixiert um vom Problem der Arbeit zum Beispiel abzulenken.
00:13:59: Und dann muss man wie auch verstehen, okay ist das wirklich jetzt für das Kind?
00:14:04: Ist das jetzt zum Wohl des Kindes?
00:14:06: und was geht es eigentlich hinter dem Vorhang des eigentlichen Verhaltens.
00:14:13: Wenn ich so beschützend bin und sage nee mein Kind darf nicht mehr alleine raus Ich muss immer dabei sein und bei jedem Arzttermin dabei sein.
00:14:24: Überall geht es darum dass das das Beste ist für das kind.
00:14:27: Oder geht es auch darum, dass ich jetzt eine Aufgabe darin zum Beispiel gefunden habe?
00:14:32: Die mir was gibt.
00:14:33: Die mich erfüllt und mich auch ablenkt von das Anderem.
00:14:36: Und ich glaube... Es ist einfach so ein Beispiel aber ganz wichtig, dass man dann herausfindet für sich selbst um was geht es.
00:14:43: Weil wenn es tatsächlich eigentlich um etwas anderes geht, wird die Kommunikation auf der Paar-Ebene erschwert weil eigentlich sprechen wir darüber wie ich mich mit dem Kind verhalte, wie ich damit umgehe.
00:14:54: Aber hinter dem Vorhang noch eine andere Schicht der Problematik.
00:15:02: Und wenn man sich jetzt vorstellt, es steht eine ganz wichtige Entscheidung an vielleicht eine medizinische Therapiebehandlung muss gestartet werden?
00:15:12: Was hilft Pan, wenn sie bei so wichtigen Entscheidungen nicht einer Meinung sind?
00:15:18: Ja ich glaube auch da wieder zu verstehen warum Denkt der Andere anders als ich.
00:15:25: Was ist eigentlich dahinter, wirklich zu verstehen was dahinter?
00:15:29: Weil meistens ist es nicht einfach aus einer Laune heraus sondern es ist meistens eine Überzeugung und hinter dieser Überzeugungen sind meistens irgendwelche Ängste.
00:15:41: Und dann lautet sich wirklich zu verstehen, welche Ängste dahinter sind.
00:15:44: und vielleicht kann man über diese Ängsten sprechen.
00:15:47: Wenn man den Zugang zu diesen Ängstens findet, kann man sie auch anders angehen.
00:15:54: Ich könnte zum Beispiel ein Instrument vorschlagen, das ich z.B.
00:15:58: sehr gerne mit Paaren erst mal übe und ihnen mit nach Hause gebe.
00:16:03: Und ich regelmäßig paare Verliere dadurch, weil Sie einen Instrument haben, dass Sie selbst anwenden können.
00:16:08: Und das ist zum Beispiel ein paar Updates, aber ich glaube man kann es auch check-in nennen.
00:16:17: Früher hieß es das Zwiegespräch, das war in den achtzigen Jahren dauert aber neunzig Minuten und heute dauert's nur noch fünfundvierzig.
00:16:25: in Anbetracht der gestressten Gesellschaft.
00:16:28: Es ist ein Gespräch, das einfach einen Rahmen bietet.
00:16:32: Das heißt es wird vereinbart an welchem Tag von wann bis wann es stattfindet sagen wir mal jeweils mit Fochs.
00:16:39: von sieben bis acht sitzen wir zusammen und dann wird schonmal dieser Rahmen gegeben.
00:16:43: Das heisst man weiß schon dass man die Zeit hat um zusammen zu diskutieren Und das bedeutet, dass wenn ich zum Beispiel am Montag ein Thema habe, das mich eigentlich total irritiert oder triggert.
00:16:57: Im Wissen, dass sich am Mittwoch doch zusammensitzen kann, kann ich es eher regulieren und noch bei mir behalten und nicht rausplatzen als wenn ich's nicht weiß, dass ich bald mal die Möglichkeit haben werde.
00:17:14: Bei diesem Gespräch haben wir auch noch etwas, das eigentlich sonst gar nicht üblich hieß.
00:17:19: Also es ist ein bisschen eine andere Art zu sprechen und zu diskutieren miteinander weil man setzt sich die Zeit von fünf und vierzig Minuten und bei diesen fünfundvierzig Minuten sind fünfzehn Minuten spricht der Eine und der Andere hört einfach zu.
00:17:35: dann switch Wenn die Uhr wirklich, also man macht das mit der Uhr dann ich switch und dann spricht er andere und andere hört zu.
00:17:43: Und am Schluss hat man noch diese fünfzehn Minuten bei denen man auch in den Austausch kommt und dann klingelt die Uhr und dann ist fertig.
00:17:50: Also dann überzieht man es nicht.
00:17:52: im Wissen des nächsten Wochen findet das Gefäß wieder statt, kann man es auch besser dann aufhören als wenn man's nicht weiß.
00:18:01: Auch hier wieder!
00:18:02: Und in diesen fünfzehn Minuten kann man wirklich nicht nur erzählen wie geht es mir und was beschäftigt mich sondern es gilt ja auch darum weil ich weiß dass mir das gegenüber zuhört bin ich nicht dem Stress mich die ganze Zeit irgendwie zu verteidigen oder irgendwie Was weiß ich?
00:18:21: Also dieses typische, diese typischen Mustern die man häufig hat in Gesprächen.
00:18:26: Sondern ich darf einfach mal erzählen und bei diesem Erzähln erzähle auch ein bisschen mir selbst wo ich bin und wie es mir geht und da entdeckt man selbst eigentlich erst Wo man sich befindet.
00:18:40: und das ist eigentlich das wertvolle auch an dieser an diesem Instrument.
00:19:05: Sie haben ja gerade geschrieben, wie viel Stress das für eine Familie bedeutet wenn das Kind von einer chronischen Erkrankung betroffen ist.
00:19:12: Wenn man jetzt dann über zum Beispiel unterschiedliche Standpunkte diskutiert Wie kann man es schaffen dass es da nicht den gegenseitigen Vorwürfen endet?
00:19:25: Ja und ich weiß Es ist wirklich eine Herausforderung.
00:19:28: Das ist sogar schon für Paare ohne diesen zusätzlichen Stress schwierig.
00:19:35: Aber ich glaube, dass es hier auch darum geht.
00:19:38: Man kann's wahrscheinlich gar nicht vermeiden.
00:19:40: Ich glaube manchmal wird man einfach auch unterschiedliche Standpunkte haben und manchmal aber findet man vielleicht wieder zueinander und das ist vielleicht gar nicht immer durch das Gespräch über das Thema sondern was ich auch denke, dass bei diesen Paaren fällt ja auch noch etwas ganz ganz wichtiges und das is nämlich diese losgelöste Zeit miteinander Seh, dass die Diagnose eines Kindes sehr viel Raum beansprucht in einer Familie und auch auf der Paar-Ebene.
00:20:14: Das ist eigentlich eine neverending Story.
00:20:17: Es beschäftigt einen morgens und abends und im Schlaf auch sehr häufig.
00:20:22: Und erstens wirklich zu lernen, vielleicht diese Auseinandersetzung mit der Diagnosse ... ja, mit der Krankheit erstens mal nicht so grenzenlos.
00:20:42: so überwichtig sein zu lassen, was ich weiß.
00:20:45: Das hört sich jetzt sehr viel einfacher an aber auch da zu merken okay es bin nicht die ganze Zeit sind wir die ganze zeit nur noch dran über das du sprechen um das merken und vielleicht einmal stopp zu sagen und vielleicht auch zu lernen wenn es auch nur fünf minuten sind aber fünf Minuten sich ein bisschen eine pause gönnen und vielleicht fünfminuten zu genießen Und das nicht nur für sich selbst, sondern auch auf der Paarebene.
00:21:10: Weil ich denke, dass was da fällt ist, dass man wirklich einfach ab und zu sich selbst wieder sein kann – einfach Paar sein kann!
00:21:17: Einfach Mann und Frau oder Frau und Frau, Mann und Mann wie auch immer.
00:21:21: die Konstellation ist aber einfach dieses romantische Paar.
00:21:25: Das heißt diese Begegnung nicht als Eltern eines kranken Kindes Denke das, weil wir ja davor diese Identitätsfindung hatten und diese Identität so intensiv ist.
00:21:38: Und dann findet man sich in dieser neuen Identität wieder als Mama, Papa eines Krankenkindes mit einer Diagnose.
00:21:45: Aber dass man auch nicht vergisst, dass das zwar eine Zusatzidentität ist aber ich bin immer noch... Man Frau-Frau-Frauenpaar romantische Beziehung ist auch da und dass man sich wirklich auch darauf ab und zu einlässt das sein kann, dass stärken kann.
00:22:06: Und dann bin ich mir sicher, kann man auch in diesen schwierigen Situationen auf einmal nicht genau wenn man nicht den gleichen Standpunkt hat, dass man da trotzdem den Kontakt zueinander nicht verliert.
00:22:21: Gibt es denn so einen bestimmten Zeitpunkt wo man sagen kann, da ist jetzt der Zeitpunkt gekommen um sich als paar professionelle Unterstützung zu holen?
00:22:32: bevor sich Konflikte festfahren.
00:22:35: Ich denke, ich möchte jetzt nicht Werbung machen für meine ... Aber ich glaube das ganz ehrlich bei einer Diagnose wie diese Erkrankung, bei einer Situation, bei der wir wissen die wird uns jetzt langfristig begleiten, würde ich das sogar schon präventiv empfehlen.
00:22:55: So wie so ja?
00:22:56: Nicht erst wenn es dann wirklich schwierig wird sondern schon davor damit wir schon da vor lernen Wie können wir mit Schwierigkeiten umgehen auch wenn wir sie gar noch nicht haben?
00:23:06: Es gab eine Studie von John Gottman, er war sehr ein bekannter Paar-Therapeut und der hat eigentlich so etwas wie statistische Ausrechnung gemacht, wann ein Paar zusammenbleibt.
00:23:17: Und woran man erkennen, dass sein Paar es noch gut hat?
00:23:21: Und worauf man erkennen das Paar in unterschiedliche Richtungen geht... Und das ist die fünf zu eins Rechnung sozusagen.
00:23:33: Das bedeutet, dass wenn man fünf gute Momente miteinander hat können sie einen schwierigen negativen Paarmoment überwinden.
00:23:43: Das heißt dann ist man noch als Paar im Kontakt in der Balance und in einem Wir sozusagen.
00:23:51: Wenn diese Rechnung nicht aufgeht, das heißt wir haben massiv mehr schwierige Auseinandersetzungen Konflikte, schwierige Kontakte und nur noch ganz selten diese guten Momente dann sollte man schauen was man tun kann.
00:24:06: Und diese guten momente by the way die müssen gar nicht in mir... Handleid-Dinner oder sowas sein.
00:24:12: Genügend ganz kleine Momente, bei denen wir beide wissen jetzt sind wir zusammen in einem schönen Moment verbunden.
00:24:19: das kann.
00:24:20: ein kleines weiß auch nicht was Lustiges dass wir zusammen erleben oder Kaffee trinken in der Zone oder Ein Kompliment oder irgendwas einfach Schönes sein dass uns das Gefühl gibt dass wir als Wir existieren und dass wir in diesem Wir auch schöne Momente erleben können.
00:24:44: Lassen Sie uns noch ein bisschen über diese besondere Belastung der Beziehungen sprechen, wenn ein Kind mit einer chronischen Erkrankung diagnostiziert wurde?
00:24:54: Im Alltag kommen ja ganz viele Dinge zusammen Arzttermine, Therapien, Sorgen um die Zukunft, Schlafmangel und irgendwo dazwischen geht dann die Partnerschaft oft verloren.
00:25:08: Was passiert mit Beziehungen unter dieser Dauerbelastung?
00:25:12: Welche Dynamiken sehen Sie da besonders häufig?
00:25:17: Ja, da ist einfach sehr viel Stress und bei sehr viel stress fallen wir in ungünstige Verhaltensmuster.
00:25:25: Wir schlafen zu wenig, wir sind gereizt, wir schreien uns an und das ist natürlich ungünstig auch für die Partnerschaft.
00:25:36: Ganz klar bei diesen Heistress-Familien ist das sehr, sehr häufig.
00:25:42: Weil man wirklich einfach in einer Dauerüberlastung ist.
00:25:46: Vieles dreht sich ja um dieses kranke Kind und... By the way, ich möchte sowieso einen systemischen Blick darauf werfen.
00:25:55: Weil es geht ja nicht nur um das Paar hier sondern es geht auch die Geschwisterkinder, die zum Beispiel auch darauf reagieren können und sie auch noch einen Zusatzstress bedeuten können weil sie z.B.
00:26:08: auch weniger durchschlafen auf einmal oder weil sie mehr bedürftig sind.
00:26:13: in dieser Situation also da sieht man schon sehr häufig dass das sehr viel Stress da ist.
00:26:19: Und dann ist es wichtig, dass man auch die Selbstfürsorge nicht vergisst.
00:26:25: Dass man wirklich auch trotzdem gut schaut ab und zu einfach die Achtsamkeit doch auf sich und den Fokus auf sich lenken, sich einen Spaziergang gönnen oder vielleicht ... zuvereinbar, dass man gegenseitig die Nächte übernimmt damit wenigstens einer gut schlafen kann.
00:26:46: Oder vielleicht wirklich so Hilfen installieren, die zum Teil... Ich weiß das es eine Kostenfrage häufig ist aber vielleicht gibt es auch eine OMA, die gewillt ist einmal in der Woche z.B.
00:27:00: auch die Kinder das Kind zu übernehmen und dass man darauf zurückgreift, dass man wirklich lernt auch Hilfe zu holen.
00:27:08: Weil das ist entscheidend!
00:27:10: Und bei dieser Hilfe was ich zum Beispiel auch häufig sehe, ist es die Paare oft sagen ja aber die Oma guckt ja schon jeweils mit Fuchs und wir wollen sie nicht noch überlasten und nicht noch fragen.
00:27:22: Ich würde einfach fragen, die Leute können immer Nein sagen?
00:27:26: Ich muss nicht die Verantwortung dafür übernehmen Und wenn jemand ja sagt, dann würde ich das institutionalisieren.
00:27:32: Das heißt, dass man wirklich schaut für ein halbes Jahr immer Samstagabend und nicht, dass ich jedes Mal fragen muss und mich dabei jedes Mal schlecht füllen muss und schuldig fühlen muss.
00:27:43: Und dass man das einfach wie einschreibt vereinbart und ist es drin.
00:27:48: Da muss man nicht jedes mal von neuem ... Ja?
00:27:52: In diese Position gehen nach Betteln um Hilfe wetteln.
00:27:58: Ein sensibles Thema sind ja auch Schuldzuweisungen.
00:28:01: Zum Beispiel hören wir oft Mütter sagen zu ihrem Partner, du nimmst das nicht ernst genug und umgekehrt sagen meist die Väter übertreibst du steigerst dich da in etwas hinein.
00:28:13: was sollten Paare in solchen Momenten beachten?
00:28:19: Ich finde das spannend.
00:28:20: Gerade zum Beispiel bei dieser Frage, du nimmst es nicht ernst genug ist... Also was ich sehr mag dazu ist die sogenannte VW-Regeln und da geht's nicht um Volkswagen aber so kann man sich das gut merken sondern Vorwürfe in Wünsche umwandeln.
00:28:36: Das heißt, Du nimmest es nicht Ernst genug.
00:28:39: ist eigentlich ein Vorwurf sich überlegen würde, was welche Wunsch ist eigentlich dahinter?
00:28:44: Wenn ich das sage, du nimmst es nicht ernst genug.
00:28:46: Was will ich eigentlich sagen damit?
00:28:49: Welches Bedürfnis ist
00:28:51: dahinter?".
00:28:51: Da ist sehr wahrscheinlich zum Beispiel das Bedürfenis von würdest du es ein bisschen ernster nehmen da müsste ich nicht andauend so belastet sein und dann würden wir die Belastung gleichmäßiger verteilen können.
00:29:05: zum Beispiel ja oder ich wünsche du könntest jeweils jeden zweiten Arzt mehr Termin übernehmen, dann müsste ich nicht immer.
00:29:14: Und wenn du das ernst nimmst... Du würdest das Ängste nehmen, ist wirklich mein Wunsch meistens nach Entlastung dahinter.
00:29:23: Sehr wahrscheinlich.
00:29:24: oder was war das andere zum Beispiel?
00:29:27: Du übertreibst dies häufig bei den Fettern zum Beispiel.
00:29:30: Bei diesem du übertreibt.
00:29:32: es könnte zum Beispiel eine Angst dahinten stecken dass du nimmst das so sehr ernst.
00:29:36: ich möchte gar nicht das noch sehr ernst nehmen weil wenn ich das auch sehr ernst nehme würde dann würde es mir angst machen.
00:29:42: Ja, das könnte zum Beispiel dahinterstecken.
00:29:44: Das heißt auch hier bei diesen Vorwürfen ist das was rauskommt aber auch hier wieder hinter diesem Vorhang schauen und was ist da hinten?
00:30:02: Wir kommen jetzt zu dem Segment nachgefragt aus der Community weil viele der Fragen in diesem Podcast kommen direkt von euch unseren Hörerinnen.
00:30:11: Kommen wir also zur Frage die wir sehr oft hören.
00:30:15: Die erste Frage lautet mein Partner und ich gehen komplett unterschiedlich mit der Diagnose um Wie finden wir wieder zusammen?
00:30:24: Reden.
00:30:25: Kommunikation, paar Update unbedingt ausprobieren und regelmäßig.
00:30:30: man sagt erst nach viermal hat man den Dreh raus.
00:30:34: das heißt wirklich aushalten und regelmässig durchführen.
00:30:38: also Übung macht den Meister auch beim kommunizieren.
00:30:42: ja genau
00:30:44: die nächste Frage lautet ich habe das Gefühl wir sind nur noch Eltern kein Paar mehr.
00:30:50: Wie schaffen wir es, wieder Zeit füreinander zu finden?
00:30:53: Ganz genau.
00:30:54: Da haben wir auch darüber gesprochen.
00:30:56: schauen dass wir auch als Paar unsere Paarinseln schaffen.
00:31:01: und in diesen Paarinseln geht es um uns als paar und nicht um Krankheit, nicht um Älternschaft oder Arztermine.
00:31:10: für das sind andere Räume da.
00:31:12: aber diese Paarinsel die ist mega wichtig.
00:31:18: Und die letzte Frage aus der Community lautet, ich finde es sehr schwer mit der ständigen Ungewissheit zu leben.
00:31:24: Die NFE eins mit sich bringt wie können wir als Paar uns gegenseitig stärken und unterstützen?
00:31:32: Ja das ist tatsächlich so.
00:31:34: was dass ist fast schlistig der Kreis.
00:31:37: Das ist das was ich zu Beginn erzählt habe dass man diese Bilder die Zukunftsbilder nicht hat weil man dieser Zuversicht oder dieses Wissen nicht hat dass man mit dieser Unsicherheit leben muss.
00:31:47: Und ich glaube, das ist tatsächlich ... Das ist ein bisschen so.
00:31:49: Ich glaube da geht es ganz fest auch um das Thema der Akzeptanz.
00:31:53: Auch Lernen zu akzeptieren, dass wir jetzt den Faktor nicht wissen und eigentlich ist es auch... Wir wissen eigentlich alle nicht was die Zukunft bringt.
00:32:03: nur ist in diesen Situationen ganz deutlicher aber ja in diesen situationen ist es deutlicher und da zu lernen und zu akzipieren.
00:32:13: So ist es nun mal!
00:32:16: was die Zukunft bringt und dann lernen einfach den Moment zu genießen.
00:32:22: Das, was da ist im Hier-und-Jetzt zu leben und weniger in der Zukunft.
00:32:32: Bekommt zurück zur Folge ein Thema über das selten offen gesprochen wird – das Thema Geld.
00:32:39: Denn Therapien, weniger Arbeitszeit, Unsicherheit kann oft eine große finanzielle Belastung in die Beziehung bringen entstehen dadurch auch Besondere Spannungen?
00:32:52: Ja, das ist ein sehr wichtiges Thema und de facto tabuisiertes Thema.
00:32:56: Weil ich denke, dass es dann relativ häufig passiert das eine der Eltern zum Beispiel aufhört zu arbeiten oder reduziert um sich mehr für die Kehrarbeit einzusetzen.
00:33:06: Und das bringt natürlich immer auch Machtverhältnis.
00:33:09: Das ist seine Abhängigkeitsverhältnisse.
00:33:11: Oder wenn jemand das Geld nach Hause bringt und jemand kein Geld mehr verdient oder viel weniger, dann bringt das wirklich auch häufig dieses Gefühl von Abhängigkeit.
00:33:23: wirklich offen darüber zu sprechen.
00:33:25: Es ist eines der schwierigsten Gespräche bei Paaren übrigens, also über Geld und Sexualität.
00:33:32: das sind die zwei Schwierigsten obwohl so wichtig.
00:33:35: und ja auch Gottmann hat übrigens ein Buch geschrieben Die acht Gespräche die wir als paar führen müssen.
00:33:45: Gespräch über Geld ist dabei auf jeden Fall.
00:33:47: Kann man gerne durchlesen auch im Fällenwert, aber ja das Thema Abhängigkeit, das Thema was macht es mit mir?
00:33:55: Ich glaube häufig wenn man da diese Entscheidung trifft, trifft man sie sehr aus pragmatischen Gründen.
00:34:02: Es ist wie logisch oder ich arbeite sowieso weniger und dann kann ich eh sowieso gleich aufhören und du kannst dann mehr arbeiten, und du verdienst das Geld.
00:34:15: Die Pragmatik denkt häufig nicht darüber nach wie es uns in der Zukunft längerfristig damit geht.
00:34:22: was macht es dann wirklich mit mir wenn der eine nicht mehr arbeitet?
00:34:27: Was macht es mit dem Gleichgewicht in der Paarbeziehung?
00:34:34: Und da würde es sich lohnen, wenn man wirklich auch da offen spricht und auch längerfristige Auswirkungen mitdenkt bei dieser Entscheidung.
00:34:47: Ich glaube diesem Buch-Tipp und gerne auch andere packen wir auf jeden Fall auch in die Shownotz hinein weil ich glaube das kann sicherlich sehr hilfreich sein für unsere Hörerinnen.
00:34:58: Wenn jetzt ein Paar zuhört und sich gerade denkt, wir verlieren uns gerade als Paar.
00:35:04: Was wäre ein erster Schritt?
00:35:07: Dann würde ich sagen erst mal das wirklich einfach aussprechen und zur Sprache bringen.
00:35:12: Du, ich glaube, wir sind da... Ich glaub' wir verliern uns!
00:35:16: Und dann schauen was löst das aus?
00:35:17: weil häufig ist es dass wir verliernen uns und dann geht man in das Schmollen hinein oder in eine so genannte was ich sehr häufig sehe genau bei bei genau dieser Thematik mit einem zusätzlichen Stressfaktor in der Familie wie eine Diagnose eines Kindes, dass man dann wirklich einfach in einer Schein-Normalität.
00:35:38: hineingeht.
00:35:39: Man tut so, als wäre alles normal und man spricht aber ganz vieles gar nicht mehr an weil man mag nicht noch mehr Belastungen oder ach das ist doch jetzt unwichtig wie es uns geht die Priorisierung verschiebt sich ja so total.
00:35:53: oder jetzt ist nur noch das Kind und die Diagnose wichtig Und ist doch egal dass ich ein bisschen frustriert bin Ist auch egal dass wir schon länger nicht mehr gemeinsam Intimität erlebt haben.
00:36:04: Das ist wie gar nicht mehr wichtig, oder?
00:36:06: Und dann merkt man gar nicht dass das vielleicht schon seit längerer Zeit da ist.
00:36:11: aber man hat sich gar nicht erlaubt das zu spüren und geschweige denn das auszusprechen.
00:36:19: um.
00:36:19: deshalb der erste Schritt wenn man das spürt dann ist schon mal Super, weil dann hat man schon mal was gemerkt.
00:36:26: Dann ist man in Kontakt mit sich selbst gegangen.
00:36:29: Was häufig wirklich gar nicht fast möglich ist bei diesen Stress- und Belastungen ja?
00:36:35: Man geht fast gar nicht mehr in den Kontakt mit dich selbst.
00:36:38: also wenn man schon Mal merkt okay wir verlieren uns, dann bedeutet das erste Schritt ist getan ich habe es gemerkt Ich bin in Kontakt Mit mir Und dann wirklich einfach mal aussprechen und schauen wie geht es dem anderen empfindet er das auch so oder nicht?
00:36:53: und dann einfach wirklich mal schauen, was das auslöst.
00:36:59: Und hoffentlich kommt man auch auf die Bedürfnisse, die vielleicht gut zu erfüllen werden auf der Paar-Ebene.
00:37:28: Achtsamkeit kommt immer wieder vor mit den eigenen Gefühlen sein und zu reflektieren, was brauche ich denn?
00:37:35: Was wünsche ich mir von meinem Partner?
00:37:39: Warum fällt es denn vielen Menschen so schwer, sich Unterstützung zu holen?
00:37:43: Obwohl sie vielleicht sogar wissen dass sie sie brauchen.
00:37:47: Ja ja das ist eine gute Frage!
00:37:51: Das ist erstens mal zeigen zu müssen ich schaffe was nicht alleine.
00:37:57: Das heißt einem Maske fallen lassen zum Beispiel.
00:38:00: Ich glaube ganz ehrlich dass es auch ein bisschen ein gesellschaftliches Problem ist hat wahrscheinlich auch damit zu tun, dass wir in einer sogenannten individualistischen Gesellschaft leben und nicht in einer kollektiven.
00:38:12: Es gibt auch noch Länder die Kollektiv-Gesellschaften haben und dort ist es selbstverständlich das einem geholfen wird.
00:38:19: Da muss man nicht mal danach fragen da kommt einfach die Nachbarin und bringt Suppe!
00:38:24: Ich habe gesehen du bist im Stress und belastet hier Suppe isst ja?
00:38:28: Und das ist wie ganz normal man hilft sich gegenseitig Und hier erleben wir in einer individuellen Gesellschaft, weil denn das Individuum und nicht mehr das Kollektiv und so wichtig ist.
00:38:44: Man tut sich ja immer selbst optimieren – man isst ja des eigenen Glücks schmiedt!
00:38:49: Die positive Psychologie sagt das, dass hat aber leider eine ganz schwere Kehrseite der Medaille.
00:38:58: Weil die Kehr-Seite der medaille ist, du bist auch... Somit deines eigenen Schicksals schmied sozusagen.
00:39:05: Und das heißt, dass da der Schritt Hilfe zu holen mit sehr, sehr vielen Mechanismen zu tun hat die man erst mal überwinden muss.
00:39:11: Zu zeigen, dass ich es nicht geschafft habe, Charme zu zeigen sich exponieren und dann noch dieses gesellschaftliche, dass man eigentlich gar nicht mehr im Kollektiv dass so lebt, dass man sich gegenseitig hilft und somit etwas Ungewöhnliches verlangt vom Gegenüber.
00:39:33: Das war in unserem Podcast-Episode tatsächlich schon öfters Thema das Thema Hilfe in Anspruch nehmen und ich glaube unsere wichtigste Botschaft für unsere Zuhörerinnen ist, dass es eigentlich eine Stärke ist wenn man sich Hilfe holt.
00:39:47: denn wenn ich es schaffe den Schritt Tour und Hilfe in Anspruch nehme, wenn ich das Gefühl habe meine Partnerschaft steht gerade auf dem Spiel ja dann schaffe ich es vielleicht auch an die Partnerschaft zu bewahren.
00:40:03: Und zu retten!
00:40:05: Das ist doch eigentlich eine unglaubliche Leistung und ich glaube der von diesem Blickwinkel betrachtet ist das auf jeden Fall eine Stärke.
00:40:16: Unbedingt, finde ich auch.
00:40:17: Absolut!
00:40:18: Und dann kann man noch gesellschaftlich weiterdenken.
00:40:21: oder wenn mir jetzt jemand hilft, dann kann ich das nächste Mal auch jemanden helfen und da ist vielleicht schon zwei Paaren oder zwei Familien geholfen oder?
00:40:28: Da stärken sich die Bindungen untereinander.
00:40:31: Und Bindung sind wichtig für uns Menschen.
00:40:33: Wir fühlen uns wohl, wenn wir wissen dass wir von Bindung von Menschen den wir vertrauen können umgeben sind.
00:40:41: Sehr schön,
00:40:41: d.h.,
00:40:43: Achtsamkeit gegenüber sich selbst, das Trainieren von Kommunikation, wenn man es so sagen möchte.
00:40:50: Das Zusammenfinden und gemeinsam an Lösungen arbeiten und Lösungen identifizieren – das ist eine Stärke!
00:41:02: die jedes Paar gut gebrochen kann und besonders jene mit einem chronisch erkrankten Kind.
00:41:08: Und deswegen ist eine Therapie sicherlich etwas, was einen nicht nur in diesem speziellen Belastungsfall sondern auch in anderen herausfordernden Themen des Alltags glaube ich weiter helfen kann.
00:41:23: Absolut!
00:41:24: Liebe Frau Srocker, vielen Dank, dass Sie bei uns zu Gast waren und dieses ganz wichtige Thema mit uns besprochen haben.
00:41:31: Wenn Sie aus unserem Gespräch einen Tipp an Paare geben würden – welcher wäre das?
00:41:40: Einen Tipp!
00:41:41: Das ist schwierig.
00:41:46: Seid offen für einander, für die Bedürfnisse von euch selbst und des Gegenübers Und bleibt achtsam und empathisch.
00:42:01: Das war nicht dein Tip, oder?
00:42:05: Es
00:42:06: war eine wunderbare Antwort auf die schwierige Frage!
00:42:16: Das war unsere heutige Episode von NF-Eins Nachgefragt im Podcast rund um das Thema NF-eins.
00:42:23: Wenn du Feedback geben möchtest dann kannst du das gerne in den Kommentaren tun.
00:42:28: Du hast noch Fragen?
00:42:29: schreib uns auf unseren sozialen Kanälen.
00:42:32: Danke Frau Schrocker, dass Sie heute ein wenig Klarheit in das Thema Partnerschaft und NFA eins gebracht
00:42:38: haben.
00:42:39: Dankeschön!
00:42:41: Und auch an euch da draußen danke fürs Zuhören.
00:42:45: In der nächsten Folge sprechen wir über sozialrechtliche Themen und Unterstützung Also wieder ein Thema wo man sich Hilfe holen sollte wenn man sie braucht.
00:42:55: also bleibt dran.
00:42:56: Wir bleiben auch dran und fragen weiter für Euch nach.
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